In den Ziegeleien von Velez Malaga

Wir haben in unserem Wohnprojekt Terracotta Fließen verlegt die hier in Andalusien hergestellt wurden. Wenn wir über Malaga zurückreisen wollten wir die Ziegelei besuchen in der unsere Böden ihren Ursprung haben. Nach einigem hin und her Geschreibsel hat es mit der Verabredung geklappt und wir haben auf dem Weg von Cordoba nach Malaga die Adresse bekommen. Velez Malaga ist die Stadt der Ziegeleien an der Südküste. Ein staubiges Tal voller alter Ziegeleien. Mit K.Blättermann aus Berlin der über handgeformt alte maurische Tonfliesen weiterentwickelt und in Deutschland vermarktet. Jede Fließe entsteht hier von Hand aus feinstem Ton aus dem Tal. Spezielle Mischungen machen die besondere Offenporigkeit des Terracotta aus. Im Prinzip ist es einfach. Lehm mischen-formen-brennen. Entsprechend sieht es auf dem Gelände aus. Viel Lehm in großen Behältern, viele Regale auf denen die handgeformten Platten lufttrocknen und der beeindruckend große Ringofen. Der Rest ist Erfahrungen und Vertrautheit mit Hitze und dem Material. Schön den staubigen Flecken Erde kennengelernt zu haben auf dem unser schöner Boden seinen Anfang genommen hat.

Wellness in Cordoba

Wir wollten weiter nach Cordoba um die Mesquita zu sehen. Die riesige über 1000 jährige Moschee und Kathedrale in einem. Heute immer noch die Hauptkirche Cordobas. Es ist ein wirklich beindruckendes und schönes Gefühl durch die Gebetshalle mit den tausenden Säulen zu wandeln und diese universelle Ästethik der Geometrie und Ornamentik in sich auf zunehmen. Die christlichen Umbauten und leidvollen Heiligenbilder stören dieses Erlebnis eher. Schön dennoch das hier nicht abgerissen sondern nur um die eigenen Glaubensvorstellungen ergänzt wurde.

Neben dieser der Seele schmeichelnden Schönheit hatten wir heute auch noch körperliche Wellness bei der die Seele auch frohlocken konnte. In den Altstadt Gassen haben wir ein Baño Arabes entdeckt und heute 2 Stunden in unterschiedlichen Becken geplanscht. Warmes bis heißes Wasser. Abkühlbecken. Ruhezonen unter Säulengängen. Wir konnten uns fühlen wie Karawanenreisende die nach staubiger langer Reise in der Stadt ein Bad zur Entspannung finden. Tatsächlich wäre mindestens eine Dusche mal wieder nötig gewesen. Das aber war mehr als einfache Körperpflege.

Tchau Portugal, Hola Espana

Nach 6 Wochen und 3 Tagen haben wir Portugal am 28. Februar über den Fluß Guadiana verlassen. Wir danken dem schönen Land im warmen Südwesten das wir es kennenlernen durften.

Spanien hat uns mit viel andalusischem Temperament empfangen. Wir haben entschieden eine Nacht in Sevilla zu bleiben und dafür einen großen Parkplatz nicht weit von der Innenstadt gefunden. Nachmittags bei unserer Ankunft standen einige Reisebusse und weiter vorne Autos geparkt. Wir haben uns hinten ans Ende zu den Bussen gestellt und hatten viel Platz um uns. Die Buse sind nach und nach gefahren und gekommen sind Jugendliche mit ihren Autos. Türen auf, Musik an, Fussball und Getränke raus. Nach und nach wurden das immer mehr und am Ende waren um uns herum bestimmt 40-50 Autos, laute Musik überall Getränke. Ich hab dann einige angesprochen um zu hören ob es vielleicht Fussball in Sevilla gibt. Allerdings sprechen erstaunlich wenige junge Spanier und Spanierinnen wirklich Englisch. Was uns extrem auffällt, da in Portugal wirklich jede Fischverkäuferin oder jeder Bäcker völlig selbsverständlich Englisch spricht. Viele auch noch Französisch. Also wird nicht wirklich klar ob am Abend Sevilla spielt oder nicht. Voller Vertrauen radeln wir nochmal in die Stadt und lassen unser Zuhause in der Versammlung stehen. Wirklich übergriffig sahen die alle nicht aus. Eher wie wir auch früher an einem Treffpunkt. Als wir nach 3 Stunden wiederkommen ist die Party immer noch voll im Gange. Wir lassen erstmal Merlin raus und setzen uns etwas dazu. Später wird deutlich das wir am Dia de Andalucia in Spanien angekommen sind. Am 28.2. wird jährlich die errungene (Teil)Autonomie Andalusiens gefeiert. So gegen 21 Uhr verliert es sich langsam. Die Jungs und Mädels müssen wahrscheinlich rechtzeitig zum Abendessen zu Hause sein das hier sehr spät im Familienkreis eingenommen wird. Völlig fassungslos schauen wir den davon brausenden Autos hinterher die ein Meer aus Flaschen, Bechern, Papiertüchern und sogar Stühlen zurücklassen. Um uns herum sieht es aus wie nach 3 Tagen Festival. Wir witzeln noch das irgendwann die Reinigungsmaschinen kommen werden da am nächsten Tag sonst keine Reisebusse hier parken können. Tatsächlich am nächsten Morgen ab 7 Uhr kommen die Kehrmaschinen und fressen alles in sich hinein. Nur die Campingstühle bleiben stehen da sie zu groß für ihre Münder sind.

Leider habe ich nur das Foto bei unserer Ankunft vor der Party. Vermutlich war ich zu perplex um von der nächtlichen Szenerie ein Foto zu machen.

Sevilla war sonst auch ganz schön….voll und eng. Riesen Kathedrale eingepfercht in Stadtgebäude, bezaubernde andalusisch maurische Architektur. Enge Gassen mit vielen Menschen aufgrund des Freudentages.

Haus(halts)aufgaben

Das besorgen von Süßwasser ist wenn man auf gut ausgestattete Einrichtungen verzichtet um frei irgendwo am Strand zu stehen eine häufige Tagesaufgabe. Glüchlicherweise gibt es in portugiesischen Städtchen oft noch öffentliche Waschhäuser an denen wir unsere Voräte bisher gut auffüllen konnten. Wie zum Beispiel in Villa do Bispo. Allerdings sprudeln die Quellen nicht immer so ausgiebig. Es hat wenig geregnet diesen Winter und der Wasserhunger durch die vielen Tourismusanlagen von denen die Algarve Bevölkerung heute lebt kann durch die wenigen Niederschläge nicht leicht gestillt werden. Also sind wir sparsam mit dem guten Wasser und gehen noch sorgsamer damit um als im regenverwöhnten Deutschland.


Dennoch gibt es auch mal schmutzige Wäsche zu waschen. Neben der Möglichkeit einen Campingplatz anzufahren bieten einige Supermärkte und Tankstellen an der Südwestküste Waschmaschienen auf den Parkplätzen. Diese 18kg Maschiene hat alle unsere Wäsche in einer halben Stunde gewaschen. Die modernen Waschhäuser.

Unterwegs an der Südküste der Algarve

Wir haben den Südwesten und den Naturpark Costa da Vincente verlassen und tingeln an der Südküste entlang Richtung Osten zur spanischen Grenze. Für uns war die Region um Villa do Bispo und Carrapateira an der raueren und einsamen Westküste ein Paradies. Der Atlantik hat Charakter und die Küste ist weitgehend naturbelassen. Wir haben das Gebirge Serra de Monchique mit dem höchsten Berg der Algarve, dem Foia besucht. Im Hinterland wachsen auch die Erdbeerbäume. Medronho. Daraus wird der Algarve Schnaps Medronho und Marmelade gemacht. Gestern haben wir in Silves der Hauptstadt der Algarve unter den Mauren unsere ersten Bannanenpalmen und Avocado Bäume gesehen. Heute nennt sich Silves Capital da laranja. Die Stadt ist umgeben von Orangen, Mandarinen und Zitronen. Die Früchte liegen überall unter den Bäumen teilweise bis an den Straßenrand. Die Algarve ist ein Paradiesgarten. Bananen werden in Markthallen direkt von der Staude geschnitten. Es gibt sogar Papayas aus den eigenen Gärten.

Praia do Amado

Praia do Amado ist ein Sehnsuchtsort. Im Herbst als wir angefangen haben zu planen wohin die Reise gehen könnte habe ich diesen Ort zuerst auf der Landkarte entdeckt. Auf der Suche nach wilden Plätzen sah es nach einem schönen Strand aus der mit unserem Rollin Appartement nach Strassenkarten erreichbar erschien. Der Strand wurde zu einem Sehnsuchtsort. Im Süden. Am Atlantik in der Sonne.

Jetzt nach fast 3500km unterwegs sind wir hier angekommen und es ist einer der Orte der phantasievolle Sehnsüchte real zu übertreffen vermag. Natürlich hat man Sehnsuchtsorte selten für sich allein aber sie lassen sich auch schön teilen und gewinnen dadurch. Der Ort bietet genug Platz für Sinnsuchende, Surferinnen, Poeten, Pensionierte, die zu Vagabunden werden, allein oder als Paar und Verliebte auch allein oder als Paar. Für morgen sind 20 Grad angesagt. Hier wollen wir mindestens den Rest des für uns meist so kalten Januars bleiben. Wir müssen nicht mehr heizen und genießen die Sonne, die Wellen und die Farben.

Ornamentik einer Stadtkultur

In Lissabon vebinden sich immer noch unterschiedliche Kulturen zu einem farbenfrohen und interessanten Lebensraum. Einflüsse der Mauren und islamischer Kultur. Farben und Gewürze aus Afrikanischen und Asiatischen Kulturen. Brasililianisch-Portugiesisches Lebensgefühl. Auf unseren Streifzügen durch die Stadtviertel Baixa, Bairro Alto, Alfama und Mouraria hatten wir viele schöne Begegnungen und farbenprächtige Eindrücke von alten Gassen und den Menschen die sie bewohnen und mit Leben erfüllen. Ein besonderer Spass ist die Fahrt mit einer der alten Holz Straßenbahnen durch Gassen die gerade breit genug sind. In knarrendem Auf und Ab fährt z.B. die Linie 28 quer durch die alten Stadtviertel.

In Betlehem zu Hause

Wir haben einen Standplatz in Belem (Betlehem) Lissabon gefunden. Hier stehen wir für drei Nächte zusammen mit portugisischen Autos, deren Besitzer hier Arbeiten oder einen Ausflug machen, Wohnmobilen und anderen Vagabunden aus Europa. Belem ist der Stadtteil der Museen und Entdecker in Lissabon. Hier draussen am Rio Tejo liegt der Hafen und Zugang zum Atlantik. Von hier haben die Portugisen die Welt bereist und teilweise auch unterworfen um sie zu beherschen. Für uns ist es ein Hafen um die Stadt zu besichtigen die daraus entstanden ist.

Livraria Lello

In den 90er Jahren hat J.K. Rowling in Porto Englisch unterrichtet. Während Ihres Aufenthaltes hat Sie sicherlich auch die alte Buchhandlung an der Rua das Carmelitas besucht. Die Ähnlichkeit zu Räumlichkeiten der Schule für junge Zauberlehrlinge in Ihren Romanen ist beeindruckend. Die Lavriaria Lello zählt sicherlich zu den schönsten Buchhandlungen der Welt. Durch die weltweiten Erfolge der Potter Romane ist sie zu einem touristischen Ort geworden.

Für uns war es eine verträumte Stunde in einer Welt in der schöne Bücher noch das einzige und umfassende Informations- und Inspirationsmedium war. Ein Schmuckstück des Buchhandels.

Wir haben ein wunderbares Buch über die portugiesische Küche und „Eine portugiesische Reise“ von Josè Saramago gekauft.

Infos und Fakten zur Geschichte. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Livraria_Lello