Wir sind zurück in Aguilas. Ab jetzt geht es in kleinen Etappen nach Norden. Entlang der Küste über Murcia, Valencia und Barcelona nach Frankreich.
Gestern Abend gab es hier Regen und dann brach die Sonne nochmal durch. Regenbögen über das Meer entstanden. Brücken aus Licht von Spanien nach Marokko.
Es war schlechtes Wetter angesagt und wir haben entschieden den Plaja Cocedores zu verlassen, da sich der Platz in einen Fluss verwandelt. Am Kap bei Almeria sieht es besser aus. Wir finden einen Platz in La Fabriquilla kurz vor dem Leuchtturm am Kap. Schroffe Berge die bis ins Meer reichen. Kilometerweit zieht sich der Strand mit weißen Fischerdörfern und Salinen im Hintergrund. Wir erkunden die Pflanzenwelt der schroffen Berge und genießen die seltenere Sonne am Strand. Ist die Sonne wirklich da können wir sogar schwimmen gehen.
Wir haben unterwegs entschieden eine schöne Bucht zu suchen um etwas länger zu stehen. In schöner Natur, viel Sonne, milde Nächte. Gefunden haben wir das alles an der Südküste bei Aguiles. Vier Buchten liegen zwischen dramatischen Felsenhügeln. Zwei der Hügel ragen wie Tafelberge ins Meer und bieten von oben spektakuläre Blicke auf das blaue Wasser und die Berge im Hinterland. Tägliche Spaziergänge entlang der Küste bieten uns täglich neue Perspektiven auf die blauen und türkisen Farbenspiele des Meeres. Für uns die aus dem winterlichen Norden geflohen sind ein Sehnsuchtsort. Es erinnert uns an die Zeit am Praia do Amado auf der Portugalreise 2019.
Auf dem Weg nach Valencia hatten wir nochmal einige schöne Strandtage bei Almenara Platja Casablanca. Direkt am Strand haben wir Gelegenheit im Blau zu entspannen und schöne Spaziergänge zu machen.
Aussicht auf Meer
In Valencia stellen wir uns auf den Camper Park Valencia. Schön um zu duschen, Wasservorräte auffüllen und von einem sicheren Parkplatz die Stadt zu entdecken.
Wir schlendern durch die Altstadt rund um die Kathedrale, den Mercat Central und den historischen Seidenkontor. Wir essen in einer historischen Horchateria Churros mit dicker Schokolade. Die traditionelle Horcha, kalte Erdmandelmilch erfrischt und schmeckt sehr erdig.
Der Saal der Seidenhändler
An unserem zweiten Tag in Valencia schlendern wir noch durch die sehr futuristisch anmutende Landschaft der Ciutat de las Arts i les Ciencies. Museen und Veranstaltungsorte in moderner Architektur. In luftig leichter Atmosphäre genießen wir den Nachmittag in Valencia.
Wo der Ebro das Mittelmeer erreicht hat das Wasser ein weites, sandiges Delta geschaffen. Hier wird der berühmte Bomba Reis für Paella angebaut. Es gibt zahlreiche Lagunen in den Dünenlandschaften der Deltaküste. Dort machen Flamingos, Reiher und viele Zugvögel Halt auf ihren Routen von Nordeuropa nach Afrika.
Mittelmeer und Ebro verbinden sich
Zuvor schlängelt sich der Ebro durch die Berge im Hinterland. Bei Tortosa der größten Stadt der Region besuchen wir Bekannte aus Erfurt und Norddeutschland. Es gibt hier zahlreiche Olivenhaine die nicht mehr bewirtschaftet und verkauft werden. Die alten Casitas, die kleinen Wirtschaftsgebäuden aus Naturstein in den Olivenhainen lassen sich zu kleinen (Winter)Domizilen ausbauen.
Blick über das Ebrotal
An der Südseite des Ebrotals erhebt sich das Pontsgebierge mit über 1400m. Wir genießen die absolute Ruhe und den wunderschöne Anblick der Berge über denen bei einem Besuch die Geier kreisen.
Bei einem Ausflug in die Berge nördlich des Ebrotals gibt es Reste prähistorischer Felsmalereien. Der Weg zum Wanderparkplatz ist eine abenteuerliche Piste und der Pfad führt uns in eine zauberhafte Schlucht aus Felsen und lichten Wäldern.
Am Ende verbringen wir wohl über zwei Wochen (die Zeit ist mir etwas verschwommen..) im Delta und Ebrotal und fühlen uns sehr wohl in einer Region die wir bisher auf der Durchreise nicht wahrgenommen haben.
Nach unseren Tagen an Miami Beach sind wir weiter gezogen und am Strand von Perello auf einem schönen Schotterplatz zwischen Olivenhainen eingeparkt.
Bei unseren Spaziergängen am Strand fand Aika regelmäßig große Knochenstücke aus einer Wirbelsäule. Sie liebte es damit zu spielen. Warf sie in die Luft und rannte damit über den Strand. 🏝️Morgens und Abends bei unseren Spaziergängen fanden wir immer wieder neue Stücke von einem großen Fisch der wohl einst hier am Strand angespült wurde.
Schließlich sind wir besonders weit über Felsen an der Küste entlang gelaufen. Dort haben wir die Reste eines Seeungeheuers gefunden. 😉Perello Platja bleibt uns als Skull Beach in Erinnerung.
Nach drei stürmischen Tagen und Nächten fahren wir weiter über die spanische Grenze. Wir wollen in Portbou einen Bekannten in einem Gemeinschaftsprojekt besuchen. Um nicht die kurvigen Engen Strassen entlang der zerklüfteten Küste fahren zu müssen stellen wir den Wohnwagen in der Nähe von Figueres ab und machen einen Tagesausflug mit dem Auto.
Bucht von Portbou
Im Grenz und Zollort ist einst Walter Benjamin auf der Flucht vor den Nazis in den Freitod gegangen. Heute erinnert ein spannendes Denkmal an den Philosophen. Ich habe den Gang, in einem dunklen Eisenschacht die Treppe hinab auf die tosende Brandung zu, als Tunnel ins Jenseits erlebt. Am Ende öffnet sich der Himmel des Gangs und es wird hell und offen. Ein schöner Gedenkort für einen Menschen dessen Weg in die Freiheit in dieser Welt hier endete.
Korkeichen,Rosmarin und Cistrosen in den Hügeln bei Garriguella
Wir wollen nicht in Figueres übernachten aber dieses Mal möchte ich das Teatro Museo Dali anschauen. Vorbeigefahren sind wir schon öfter. Ich bin kein Anhänger von Dalis Surrealistischer Kunst aber habe großen Respekt vor der bedingungslosen Kreativität und Freiheit seines Ausdrucks. Hier hat er ein Kosmos seiner Visionen und Perspektiven geschaffen. Ein lebendiger Organismus soll das Museum sein. Kein starres Museum. Ich streife 2 Stunden durch die Gänge dieses Organismus und erfreue mich an der Kreativität des Ortes.
In Blanes bleiben wir eine Nacht um einzukaufen und Weill wir schöne Erinnerungen an einen früheren besuch haben. Allerdings ist es sehr laut und städtisches Parken. Keine Hunde am Strand also geht es weiter. So tingeln wir die Küste entlang und genießen die Sonne und Strandspaziergänge mit Aika. Wir verbringen 2 Nächte in Miami Beach. Miami Platja.
Am Montag den 06.01.2025 sind wir wieder von Weimar gestartet. Wir fahren an den kurzen tagen im Januar der wärmenden Sonne hinterher. Erfahrungsgemäß scheint sie weiter südwestlich länger am Tag. Wenn sie etwas später aufgeht soll uns das die nächsten Wochen nicht stören. Wir drehen uns morgens in unserer Wohneinheit einfach nochmal um und schlummern noch etwas. Neu mit uns unterwegs ist Aika. Die Hündin ist seit September unsere Mitbewohnerin und hat schon erste Reiseerfahrungen in Deutschland gesammelt. Täglich neue Orte und leben auf engem Raum mit uns scheinen ihr zu gefallen. 😊
Wir bleiben am ersten Abend in Alsfeld. Es ist Nachmittag geworden bis wir Leinen los sagen konnten. Also gut erstmal auf der Straße zu sein und nach drei Stunden bleiben wir erstmal über Nacht.
Am zweiten Tag fahren wir trist über die deutsche Autobahn bis an die französische Grenze bei Freiburg. Wir finden einen schönen Platz an einem See bei Belfort. Belfort im Elsass ist sicher einen Besuch wert. Wir sehen gewaltige Befestigungsanlagen des ursprünglichen Forts. Leider entkommen wir dem fortwährenden Regen noch nicht. Wir wollen weiter und hoffen dem kalten und feuchten Wetter zu entkommen.
Schöner See bei Belfort
Am kommenden Tag tingeln wir etwas über mautfreie Strassen durch Frankreich. Wir bleiben am Nachmittag in Montceau les Mines. Kleines beschauliches Örtchen am Canal Central nicht weit vor Vichy. Endlich auch eine kleine Boulangerie. Frisches Baguette und Pain au Chocolat.
Wir haben diese Route gewählt weil wir immer schonmal die A 75 fahren wollten. Die Nord Süd Autobahn ist mautfrei und verbindet Zentralfrankreich mit Montpellier. Was ich erst jetzt lese am Abend bevor wir sie erreichen. Sie ist die höchstgelegene Autobahn Europas und fährt über 100 km auf etwa 1000 m.ü.M. Wir bekommen etwas Respekt was wir unserem alten Zugpferd damit zumuten. Aber nun sind wir schon soweit in die Richtung gefahren und denken uns schlimmer als der Hohe Atlas wird es auch nicht sein. 😊
Am Morgen im Zentralmassiv.
Die Fahrt von Clermont Ferrand bis Beziers sind etwa 330 km. Eine wunderschöne Berglandschaft. Die A 75 schliest abgelegene Regionen des Zentalmassivs an das französische Strassennetz an. Die Straße klettert durch einige Täler nach oben um auf etwa 1000 Metern Hochebenen zu durchziehen. Mehrere Viadukte überspannen tiefe Schluchten. Das berühmteste das Viadukt bei Millau. Es gibt auf der nördlichen Talseite einen Rasthof mit Museum. Wir übernachten dort und vom Aussichtspunkt sehen wir die Strasse die sich in 300m über das Tal zieht. Am nächsten morgen wollen wir die 2,5 km lange Brücke überqueren um später die Mittelmeerküste zu erreichen und hoffentlich endlich dem Nebel, der Kälte und dem Regen zu entkommen.
Viadukt Millau
Bei Valras Plage am Hafen finden wir einen sehr schönen Strandparkplatz. Wir erreichen ihn am Nachmittag und haben die Wolken hinter uns gelassen. Die Sonne scheint und wir springen sofort mit Aika an den weiten Strand. Mit den Füßen im Wasser beginnt sofort eine neue Phase der Reise. Wir wollen mindestens 2 Tage stehen bleiben und nicht fahren.
wir machen erstmal zwei Tage Pause. Wir erreichen Yenimahalle im Bezirk Yalova gegen Mittag und nachdem wir unsere Wohnung unter den Steineichen platziert haben gehen wir im Dorfladen noch etwas Gemüse und Brot kaufen. Nachdem wir 10 Tage immer im Auto rumgefahren sind freue ich mich auf ein zwei Tage ohne fahren. Ein angefangenes Buch zu Ende lesen, kochen etwas Musik machen. Am zweiten Tag machen wir schonmal Pooltoilette und Außendusche sauber. Da es schwül heiß ist springen wir das erstmal in den Pool in Azizes Garten. Da Azize noch nicht von einer Reise zurück ist gibt es Parallelen zum Alltag in Weimar. Morgens die Hühner rauslassen. Hühner, Katzen und Hunde füttern. Abends bevor es dunkel wird wieder die Runde mit den Tieren.
Wir sind umgeben von bewaldeten Bergen. Die Natur ist dieses Jahr durch den reichlichen Regen üppig. Im Garten wuchert und blüht es wie in einem Dschungel.
Unsere Reise war mit zwei Übernachtungen in Ungarn und Serbien zügig. In Sofia haben wir auf einem Stellplatz mit Werkstatt übernachtet. Nikolai, der Betreiber, hat sich vor der Abreise noch unserem defekten Stützrad am Wohnwagen angenommen. Leider hatte schon in Österreich die Knebelschraube nicht mehr gegriffen und wir konnten das Stützrad nicht mehr verwenden. Dadurch ist abkuppeln nur noch über die Kurbelstützen möglich und ein bewegen des Hängers von Hand unmöglich. Das macht uns beim Parken deutlich inflexibler und wir waren froh das es in Sofia mit der Reparatur geklappt hat. Danke an Nikolai
In Sofia waren wir abends bei Freunden eingeladen. Montag Abend haben wir bei einer Freundin im Haus ein Hauskonzert mit Sufimusik gespielt. In Sofia gibt es eine große Gruppe von freunden die wir von den langen Sema Retreats in der Türkei kennen. (Mevlevi Drehtanz Retreats)
Tagsüber waren wir in der Stadt unterwegs. Wir haben die beiden Mimar Sinan Moscheen besucht. Die ehemals Schwarze Moschee ist seit hundert Jahren eine orthodoxe Kirche und es gibt Vis-avis eine geniale Eisdiele. Die Banja Baschi Moschee ist aktiv und wird von der islamischen Gemeinde in Sofia genutzt. Einst wurde sie auf Mineralquellen errichtet und ein Hamam war teil der Anlage. Leider existiert es nicht mehr. Aber an einer Mauer der Moschee dampft es noch von dem Thermalwasser. In der Sophienkirche die Sofia ihren Namen gab, ist es möglich in die Kellergewölbe hinabzusteigen. Dort finden sich Gräber, Mauern und Reste von Mosaiken aus der Gründungszeit vor über 1500 Jahren. Wir schlendern etwas durch die Gassen und finden Plätze alter Stadtgeschichte und reicher, vielfältiger Kultur zwischen Neubauten und viel Sowjet-sozialistischem Charme.
Nach einer etwas chaotischen Einreise in die Türkei. Das unser Auto auf Annegret und der Wohnwagen aber auf mich zugelassen ist sorgte dieses Mal für bürokratische Überforderung. Eine Vollmacht wurde verlangt. War aber ja gar nicht nötig weil alle Papiere und zugehörigen Personen ja anwesend waren. Als das für alle einsichtig und auch korrekt ins System und die Pässe eingetragen war, erreichten wir gleich nach der Grenze unser Tagesziel Edirne. Wir haben unser Lager wieder direkt neben dem Sifahane Komplex von Beyazid II aufgestellt. Es war mittlerweile 18 Uhr und wir konnten noch die wichtigen ersten Dinge in der Türkei erledigen. Euro in Lira tauschen, Sim Karten mit Datenvolumen besorgen, Simitler und türkisches Brot kaufen. An der alten Karawanserei was essen gehen.
Rechts das osmanische Gesundheitzentrum mit Musiktherapie Anwendungen
Wir wollen den Juni und Juli in der Türkei verbringen und mit Freunden Seminare zu türkischer Musik, Musiktherapie und Sufismus anbieten.
1. Ruhiger Schlafplatz auf einem kleinen Sportplatz
Dieses Jahr führt unsere Route durch die Oberpfalz nach Österreich. Dort treffen wir Freunde am Attersee und haben uns am Wolfgangsee verabredet um eine türkische Neyflöte zu übergeben. Wir waren noch nie am Attersee und sind am Ende begeistert von der Landschaft im Salzkammergut. Die Route führt uns von der Autobahn erstmal über Berge und durch kleine Gassen in kleinen Örtchen bis der See sich vor uns öffnet.
Am Attersee
Wir haben einen schönen Platz am Badeplatz der Gemeinde Weyregg und verbringen die Nacht mit anderen Menschen die campen. Leider besucht uns am nächsten Morgen der Bürgermeister und sagt wir dürften hier nachts nicht bleiben. Verständlich bei Badesaison und vollen Parkplätzen aber der ganze Platz ist leer und wir bezahlen für ein Tagesticket. Sehr schade. Aber so reisen wir am zweiten Abend nach einem schönen Abendessen und etwas gemeinsamer Musik mit unseren Freunden weiter.
Kräutergarten im Gut Aich der Benediktiner Wolfgangsee Esplanade Bad Ischl Österreich deine Konditoreien…
Dennoch haben wir einen sehr schönen Tag am Attersee und Wolfgangsee, in Bad Ischl und tollen Konditoreien verbracht. Im Attersee zu schwimmen ist traumhaft erfrischend. Das Wasser sehr klar und kalt.
Über Ungarn geht es weiter nach Serbien und zu Freunden in Sofia.