Von Europa nach Afrika

Etwas aufgeregt waren wir schon als wir entschieden haben auf die Fähre zu fahren. In Tarifa hatte es erst sehr gestürmt und geregnet das wir nochmal um ein Tag verschoben haben. Die Nacht darauf hat es wieder geregnet so das die Zufahrt zu unserem wilden Camp am Strand von Tarifa eine große Schlammgrube war. Aber der Wind hatte nachgelassen und das Wetter sollte weiter regnerisch bleiben. Also haben wir am Montag Vormittag angehängt und sind durch den Schlamm Richtung Tarifa Hafen gefahren. War ganz entspannt. Am Hafen dann die ganze Abwicklung die uns in der EU mittlerweile erspart bleibt. Erst in Tarifa später nochmal in Tanger. Passkontrolle, Zoll, Hundepapiere, polizeiliche Erfassung. Die Auffahrt auf die Fähre war eng aber ging gut. Im Bauch der Fähre muss zwischen den Säulen nochmal eine Drehung gefahren werden um wieder vorwärts zur Ausfahrt zu stehen. Viel länger als unser Gespann würde nicht gehen. Die beiden 4×4 Wohnmobile die mit uns drauf gefahren sind waren zu hoch und mussten gleich bei der Rampe drehen und stehen bleiben. Nach 40 Minuten im Hafen von Tanger Ville. Runter vom Schiff, viele Polizisten, die ganzen Kontrollen und am Hafen konnten wir gleich Dirham abheben. Wir sind in Marokko. Elhamdüllilah.

Auf der Straße von Gibraltar
Willkommen in Marokko

Der Blick nach Afrika

Rechts am Rand und oben im Hintergrund sind schon die Berge Marokkos zu sehen.

Wir sind vor zwei Tagen in Tarifa angekommen. Der Strand westlich der Stadt ist kilometerlang und ein großes wildes Lager für Reisende aller Art mit eigenen Fahrzeugen. Hier trifft sich Europa. Selbst aus Norwegen sind Wohnwagen und Wohnmobile hier. Bei unserer Ankunft hatten wir 20 Grad und das erste Mal steht die Tür auf und wir leben draußen. Tarifa ist auch ein Tor nach Afrika. Auf der anderen Seite der Meerenge liegt die Großstadt Tanger. Dorthin wollen wir übersetzen.

Auf dem Weg durch Spanien haben wir noch einmal Halt in Caceres gemacht. Das Städtchen ist das Herz der Extremadura. Endlose hügelige Weiden mit den typischen niedrigen Eichen. Die alten Gassen von Caceres haben wir abends noch durchstreift.

Reisen und Urlaub

Machen wir Urlaub haben wir nichts zu tun können ganz mit uns beschäftigt sein. Zum „Urlaub“ werden oder zurückfinden? Wenn wir reisen können wir glaube ich nicht gleichzeitig Urlaub machen. Es gibt viel zu viel zu entdecken, Neues auf das wir uns einstellen das wir verarbeiten müssen. Wir sind eine ganze Woche im Kiefernwald am Strand von Biscarrosse geblieben und es war Urlaub. Nur lesen und Musik machen. Kochen und Spazieren gehen. Mit den Tagen fangen wir an Wurzeln zu bilden und bequem zu werden. Doch um noch länger zu bleiben war es uns doch zu kalt. Also haben wir uns von den französischen Wald MitbewohnerInnen, dem Rotkehlchen das uns jeden Tag besucht (es ist sogar zu uns rein gekommen und hat erzählt) und dem Wald, den Dünen und dem Ozean verabschiedet und reisen wieder. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir über das Baskenland die spanische Hochebene erfahren und sind heute Abend in Burgos/Kastilien angekommen. Nach einem schönen Spaziergang zur Kathedrale und durch einige kleine Tapasbars lümmeln wir jetzt im Wagen auf einem ruhigen Platz zusammen mit anderen Reisenden. Morgen früh soll es dann weiter gehen durch Zentalspanien Richtung Andalusien.

Die Grafiken des Ozean

Die Weite des Atlantiks…

Merlin findet das hier wunderbar. Er hat es auch gleich wieder erkannt. Eine gute Entschädigung nach den vielen Stunden im Auto.

….ist schön. Und schön wieder in Biscarrosse angekommen zu sein. Hier machen wir ein paar Tage Pause. Musik machen, lesen am Strand spazieren gehen. Von Weimar aus ist hier etwa die Hälfte der Route nach Tarifa und die Straße von Gibraltar.

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Troyes

Wir stehen sehr schön am Lac de Orient auf einem Parkplatz am Ufer. Gestern Abend sind wir nach Troyes reingefahren. Die Stadt ist das Zentrum der Champagne und der historische Stadtkern sieht auf Karten tatsächlich wie ein Champagnerkorken aus. Diese Stadt scheint allen Unbilden der Zeit widerstanden zu haben. Die schiefen Ständerbau Häuser bilden uhrwüchsige Häuserschluchten und scheinen sich teilweise über den Gassen aneinander zu lehnen.

Wir sind wieder aufgebrochen…

Uns zieht es wieder in den Süden. Gestern haben wir uns von unserem schönen Haus und lieben NachbarInnen in Weimar verabschiedet und suchen warme Weidegründe im Süden. Gestern Abend sind wir in Kaiserslautern am Schwimmbad monte mare auf den Parkplatz gerollt. Allerdings nur zum übernachten und etwas entspannen. Wir werden es wieder ruhig angehen. Maximal 500 km am Tag. Die Landschaft soll langsam an uns vorbeiziehen. Quer durch Frankreich und dann wollen wir in Biscarrosse am Atlantik das erste Mal ein paar Tage lagern.

Ab jetzt geht’s wieder nach Norden

Vom andalusischen Auenland fahren wir am nächsten Morgen nach Murcia. Es gibt einen städtischen Stellplatz direkt bei Ikea und Einkaufszentren. Die gewohnte Zivilisation rückt uns etwas mehr auf die Pelle. Erfrischend zwischen den ca. 60 Wohnmobilen sind zwei Lastwagen mit spanischen Punks die mit Punkrock auf dem Platz in den Abend reinfeiern. Außerdem gibt es den Supermercado in dem Annegret nochmal die leckere spanische Mangomarmelade bekommt.

Über Valencia tingeln wir dann die Küste hoch nach Barcelona. Wir haben aber keine Lust mehr auf Großstadt. Stattdessen fahren wir nach Blanes an der Costa Brava. Direkt bei Lloret de Mar denkt man erstmal an Sangria und fragwürdiges Touristen Verhalten in Bars und Stränden. Es gibt aber den wunderschönen Botanischen Garten Marimurtra an der Felsküste von Blanes. Der Unternehmer Carl Faust hat Ihn vor gut 100 Jahren angelegt und einer Stiftung vermacht. Wir hatten zwei schöne Stunden mit Grün und Blau und satten Blüten.

Hobbits in Andalusien

Auf dem Weg nach Murcia durchfährt man die sehr schöne Sierra Landschaft. Nach siebzig Kilometern geht es runter in ein Tal aus Tuffstein Felsen. Guadix. Die größte Höhlenstadt Europas bewohnen heute etwa 5000 Menschen in meist gut ausgebauten Tuffstein Höhlenwohnungen. Hobbingen like ragen die Kamine aus Wiesen und Felsdächern. Es ist allerdings ein kargeres Auenland. Die ersten Höhlen sind durch die Mauren auf der Flucht vor den Christen entstanden. Heute gibt es Strom und fließend Wasser und die Raumtemperatur beträgt Sommer wie Winter angenehme 20 Grad.

Granada und die Sierra Nevada

Nach zwei Tagen zwischen Gewächshaus Planen an der touristischen Südküste reicht es uns und wir brechen auf nach Granada. Ein großer Grund durch Andalusien Richtung Mitteleuropa zurück zu reisen ist die Stadt am Fuß der Sierra Nevada. Mit vollen Säcken schmutziger Wäsche haben wir uns entschieden einen Campingplatz anzufahren. In La Zubia auf einem andalusischen Landgut ist ein schöner Campingplatz am Fuß der Sierra Nevada entstanden. Wir sind gleich mit dem Auto los und waren nach 20 Minuten über Schotterpisten auf einem Wanderparkplatz auf fast 2000 Metern Höhe. Wir sind einem alten Bewässerungsgraben gefolgt den Schnee Bergen entgegen. Frische Luft und überall blühen Rosmarinhecken.

Granada lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Hinter jeder Gasse neue und Schöne Perspektiven und überall schönes Kunsthandwerk aus alten Zeiten. Albaicin und die alte Medina um die Kathedrale. In der Alhambra staunen wir zusammen mit Menschen aus aller Welt über die Kunstfertigkeit und Schönheit die Menschen gemeinsam erschaffen können. Der Rest steht in Reiseführern. Hier einige Fotos.

In den Ziegeleien von Velez Malaga

Wir haben in unserem Wohnprojekt Terracotta Fließen verlegt die hier in Andalusien hergestellt wurden. Wenn wir über Malaga zurückreisen wollten wir die Ziegelei besuchen in der unsere Böden ihren Ursprung haben. Nach einigem hin und her Geschreibsel hat es mit der Verabredung geklappt und wir haben auf dem Weg von Cordoba nach Malaga die Adresse bekommen. Velez Malaga ist die Stadt der Ziegeleien an der Südküste. Ein staubiges Tal voller alter Ziegeleien. Mit K.Blättermann aus Berlin der über handgeformt alte maurische Tonfliesen weiterentwickelt und in Deutschland vermarktet. Jede Fließe entsteht hier von Hand aus feinstem Ton aus dem Tal. Spezielle Mischungen machen die besondere Offenporigkeit des Terracotta aus. Im Prinzip ist es einfach. Lehm mischen-formen-brennen. Entsprechend sieht es auf dem Gelände aus. Viel Lehm in großen Behältern, viele Regale auf denen die handgeformten Platten lufttrocknen und der beeindruckend große Ringofen. Der Rest ist Erfahrungen und Vertrautheit mit Hitze und dem Material. Schön den staubigen Flecken Erde kennengelernt zu haben auf dem unser schöner Boden seinen Anfang genommen hat.