Taliouine

Weiter in die Berge kommen wir in das Land des Safran. Wenn man zu dieser Jahreszeit durch diese Hochebene fährt kann man sich nicht vorstellen das auf den kargen, lehmfarbenen Hängen im November für etwa drei Wochen Millionen von Safrankrokusen blühen. Tausende Frauen ziehen morgens bevor es zu heiß wird über die Hänge und Ebenen um die Blüten mit den Safranfäden zu pflücken. Taliouine ist eine Oase die durch einen Fluss aus den hohen Bergen des Atlas genährt wird. Was wir allerdings überall hier im Süden hören ist das es kaum geregnet hat und die Menschen insallah auf Regentage hoffen.

Im Garten neben der Kasbah steht unser Wohnwagen

Hotel Salam

Ein besonders schöner Ort in Taroudant ist das Hotel Salam das seine besten Tage eindeutig hinter sich hat. Aber es kündet von seiner einstigen Pracht wie ein Palast aus alten Orient Geschichten. Zugleich ist es bezaubernd wie die Pflanzen das Gebäude immer mehr „erobern“.

Dieses Hotel hat immer noch geöffnet und Mensch kann ein Zimmer mieten. An der Bar am Pool gibts auch noch einen Drink.

Ab in die Berge

Wir haben lange überlegt wie lange wir noch der Küste folgen sollen. Die N1 führt immer weiter bis zur Grenze Mauretaniens. Es gibt immer längere und einsamere Sandstrände und Wüste die bis ans Meer reicht. Da wir aber nicht so viel Zeit haben entscheiden wir bei Agadir durch das weite Sousse Tal ins Land des Anti Atlas und Hohen Atlas zu fahren. Wir kommen nach Taroudant mit seiner beeindruckenden alten Lehmstadtmauer die 8 km um die gesamte Altstadt reicht. Die Sousse Ebene ist eine der größten Landwirtschaftsgebiete Marokkos. Hier gibt es fast immer Wasser im Fluss und es ist immer warm bis heiß. Wir haben Glück und kommen rechtzeitig zum Wochenmarkt.

Werkzeugmacher für die Feldarbeit
Secondhand Baumarkt
Beim Wochenmarkt sind alle auf den Beinen

Außerdem sehe ich auf dem Hauptplatz meine erste Cobra. Es gibt Schlangenbeschwörer, Musiker und Wunderheiler die besondere Mittelchen zur Potenzsteigerung anbieten. Leider ohne Kamera unterwegs.

Luftgetrocknetes Fleisch ist ganz normal..
Taroudant liegt hinter dicken Lehmmauern

Das Paradies Tal bei Agadir

Von Sidi Kaouki am Strand fahren wir entlang der Küste Richtung Agadir. Die Strecke führt durch Berge die bis zur Küste reichen und in den Tälern und Buchten wachsen überall Bananen. Die kleinen und besonders Süßen. Lecker.

Stadtbananen
Am besten eine ganze Staude…

In Aorir geht es in ein immer tiefer werdendes Tal in die Ausläufer der Hohen Atlas. Es wird das Paradies Tal genannt. In den enger werdenden Schluchten gibt es einige traumhafte Oasentäler.

Was eine Freude….endlich mal wieder süßes Wasser
…und einen jungen Freund hat er auch gefunden.

Nach und um Essaouira

Auf dem Weg zu der windigen Stadt am Atlantik verändert sich die Landschaft merklich. Es wird karger, erste schroffe und steinige Hügel und Felder mit Olivenbäumen auf roter Erde. Wir sehen im vorbeifahren die ersten Arganbäume und Kamele. Wir steuern ein Dorf etwa 20 km von Essaouira entfernt im Inland an. Ounagha. Hier ist ein schön angelegter Campingplatz der auch warme Duschen und eine Waschmaschine verspricht. Und wirklich kommt das Wasser erstmals seit zwei Wochen richtig heiß aus der Brause. Wie schön die einfachen Freuden sein können. Das Dorf ist umgeben von Arganbäumen und wir streifen abends durch die Felder.

Wir sind mittlerweile nochmal umgezogen weil wir täglich min. 25 Grad im Schatten haben und wieder ans Meer wollten. Sidi Kaouki ist eine kleines Surfer Paradies 20 km südlich von Essaouira. Wir haben einen schönen Platz an der Sonne und springen schon mal in den kühlen Atlantik. Oft begegnen wir am Strand jetzt Kamelen. Sie weiden hier einfach  in den Dünen und werden zum Ausreiten für Besucher angeboten.

In Essaouira waren wir auch schon. Es ist ein riesiger Kunsthandwerkermarkt und Basar für orientalisches Ambiente. Ganz auf die vielen Touristen eingestellt. Es gibt aber viele interessante Ecken und wir wollen von hier aus nochmal hinfahren vorbei an dem kleinen Örtchen Diabat an dem Jimi Hendrix einst verweilte.

Der Töpferhügel in Safi

Wir wollten Safi besuchen weil wir von der alten Töpfer Tradition gehört haben. An der alten Stadtmauer erheben sich verschachtelte Häuser in Lehmfarben. Es dauert nicht lange und ein Mann bietet an uns über den Hügel zu führen. Feuchte Tontorten liegen vor den Häuschen. Auf kleinen Plätzen zwischen den Häusern stehen die Kuppelöfen. In den Häusern wird teils gedreht, vorgebrannt, geschliffen, glasiert und wieder gebrannt. Die Führung endet natürlich in den Galerien wo die fertigen Schalen zu kaufen sind. Wir nehmen zwei mit und machen uns dann auf eigene Faust in den Souk auf. Uns interessien eigentlich mehr die unglasierten Tajines. Im Souk werden wir fündig sind allerdings von den Unmengen an Keramik fast überwältigt.

Safi ist eher eine industrielle Großstadt und der Souk ist nicht schick gemacht. Aber wir finden was wir brauchen und mir gefällt die ungeschönte Atmosphäre.

Qualida

Der bisher schönste Strand entlang des marokkanischen Atlantiks ist eine willkommene Erholung nach dem Baustellen Stadtchaos von Casablanca. Hier sprechen einige Fotos für sich…

Auf der kleinen Küstenstraße von El Jadida nach Qualida fahren wir nach dem Industriehafen und Phosophat Werken kilometerweit an einer Lagunenlandschaft entlang die bei Qualida endet. Es ist atemberaubend wie schmutzige Industrielandschaft hier in 10 Minuten Fahrt von beinahe unberührter Idylle abgelöst wird. Die Landschaft ist grün von Felsen durchzogen und vor dem Meer weiden Schafe. Erinnert ein wenigen an Irlands Küste im Sommer. Mischt sich aber die Farbe der Sanddünen, des Himmels und dem Wasser der Lagune vor dem Atlantik bietet sich dem Auge eine Palette von Blau über Türkis zu Gelb und Ocker die weich ineinander schwimmen. Es ist wunderbar in den Farben dieser Landschaft gemächlich dahin zu rollen.

Über Moulay Bousselham nach Casablanca

Auf dem Weg nach Casablanca machen wir einen weiteren Stopp. In der kleinem Lagunenstadt Moulay Bousselham gibt es ein Campingplatz mit Waschmaschine. Wir wollen waschen und duschen. Leider regnet es gerade immer wieder und ist bedeckt was in Marokko auch heißt das es eher kein warmes Wasser gibt. Letztlich haben wir eine Maschine Wäsche trocken und fahren gewaschen nach Casablanca weiter.

Unser Lager im Grünen. Moulay Bousselham

Über Rabat kommen wir nach Casablanca. Viel mehr 30 km vor Casa praktisch verbunden liegt Mohamedia. Hier hat Familie Said in ihrem Garten einen kleinen Campingplatz. Sehr freundliche Atmosphäre. Wir fahren mit unserem Auto nach Casablanca. Ein echtes Abenteuer. Aber ich bin dankbarer Weise durch Istanbul etwas geschult und habe ein gelassenes Gemüt. Die Autos kommen von überall und keiner hält sich an Fahrspuren, dazu queren Fußgänger und Radfahrer oder auch Motorroller die Straße. Nicht selten nehmen auch Pferde- und Eselkarren an diesem Strom des Lebens teil. Alle hupen um schneller durch diese Stadt zu kommen die scheinbar aus lauter Baustellen besteht. Wir finden einen Parkplatz nahe der Zentralen Markthalle und Spazieren durch die Gassen der Medina zu dem Riad in dem sich seit einiger Zeit Ricks Cafe befindet. Ein Nachbau des Cafes American von Rick in dem Film Casablanca. Sehr schön gemacht und es lässt schön in die Filmkulisse eintauchen. Tatsächlich war der Film eher von einem Hotelcafe in Tanger inspiriert und wurde komplett in Hollywood nachgebaut.

In der Markthalle von Casa
Auf einen Drink an der Bar. Rick’s Cafe
,Casablanca‘ in Endlosschleife. Play it again, Sam!….

Casablanca ist sonst hauptsächlich laut und schmutzig. Deshalb gibt es hier nicht mehr Fotos und wir reisen morgen weiter….

Larache am Loukos

Wir rollen wieder knapp 50 km weiter. Haben von einem schönen Parkplatz am Meer und der Lagune des Flusses Loukos bei Larache gelesen. Hier haben schon die Phönizier einen Hafen gehabt.

Ganz allein auf dem Platz
Larache auf der anderen Seite der Lagune

Um auf die andere Seite der Lagune zu kommen brauchen wir ein Boot. Ich spreche zwei Männer an und wir einigen uns das er in einer halben Stunde ein Boot organisiert hat. Er holt uns ab und wir besteigen ein Boot was auch innen Wasser hat mit einem kleinen Außenborder.

Larache ist eher unberührt von Touristen und die Gassen haben einen eigenen leicht heruntergekommen Charme. Aber dieses Blau ist einfach berauschend.

Einkaufen im Souk ist ein ganz ursprüngliches Vergnügen.

Stimmt ungefähr..

Bei der Rückfahrt wollte der Außenborder nicht anspringen und wir rudern erstmal. Was ein Spaß.

Asilah

Erst mal aus Tanger raus. Wir tingeln die Küste entlang und landen auf einem Parkplatz in Asilah wieder direkt am Strand. Wir machen einem Spaziergang in die Stadt und gehen unsere erste Tajine essen. Die Medina von Asilah ist voller kleiner Geschäfte. Kunsthandwerk, Schneider, Bäcker, Lebensmittel. Alles klein und zur Straße offen. Blau weiße Gassen.