Am Cabo de Gata

Es war schlechtes Wetter angesagt und wir haben entschieden den Plaja Cocedores zu verlassen, da sich der Platz in einen Fluss verwandelt. Am Kap bei Almeria sieht es besser aus. Wir finden einen Platz in La Fabriquilla kurz vor dem Leuchtturm am Kap. Schroffe Berge die bis ins Meer reichen. Kilometerweit zieht sich der Strand mit weißen Fischerdörfern und Salinen im Hintergrund. Wir erkunden die Pflanzenwelt der schroffen Berge und genießen die seltenere Sonne am Strand. Ist die Sonne wirklich da können wir sogar schwimmen gehen.

Das Delta des Ebro

Wo der Ebro das Mittelmeer erreicht hat das Wasser ein weites, sandiges Delta geschaffen. Hier wird der berühmte Bomba Reis für Paella angebaut. Es gibt zahlreiche Lagunen in den Dünenlandschaften der Deltaküste. Dort machen Flamingos, Reiher und viele Zugvögel Halt auf ihren Routen von Nordeuropa nach Afrika.

Mittelmeer und Ebro verbinden sich

Zuvor schlängelt sich der Ebro durch die Berge im Hinterland. Bei Tortosa der größten Stadt der Region besuchen wir Bekannte aus Erfurt und Norddeutschland. Es gibt hier zahlreiche Olivenhaine die nicht mehr bewirtschaftet und verkauft werden. Die alten Casitas, die kleinen Wirtschaftsgebäuden aus Naturstein in den Olivenhainen lassen sich zu kleinen (Winter)Domizilen ausbauen.

An der Südseite des Ebrotals erhebt sich das Pontsgebierge mit über 1400m. Wir genießen die absolute Ruhe und den wunderschöne Anblick der Berge über denen bei einem Besuch die Geier kreisen.

Bei einem Ausflug in die Berge nördlich des Ebrotals gibt es Reste prähistorischer Felsmalereien. Der Weg zum Wanderparkplatz ist eine abenteuerliche Piste und der Pfad führt uns in eine zauberhafte Schlucht aus Felsen und lichten Wäldern.

Am Ende verbringen wir wohl über zwei Wochen (die Zeit ist mir etwas verschwommen..) im Delta und Ebrotal und fühlen uns sehr wohl in einer Region die wir bisher auf der Durchreise nicht wahrgenommen haben.

Aufbruch in den Süden

Am Montag den 06.01.2025 sind wir wieder von Weimar gestartet. Wir fahren an den kurzen tagen im Januar der wärmenden Sonne hinterher. Erfahrungsgemäß scheint sie weiter südwestlich länger am Tag. Wenn sie etwas später aufgeht soll uns das die nächsten Wochen nicht stören. Wir drehen uns morgens in unserer Wohneinheit einfach nochmal um und schlummern noch etwas. Neu mit uns unterwegs ist Aika. Die Hündin ist seit September unsere Mitbewohnerin und hat schon erste Reiseerfahrungen in Deutschland gesammelt. Täglich neue Orte und leben auf engem Raum mit uns scheinen ihr zu gefallen. 😊

Wir bleiben am ersten Abend in Alsfeld. Es ist Nachmittag geworden bis wir Leinen los sagen konnten. Also gut erstmal auf der Straße zu sein und nach drei Stunden bleiben wir erstmal über Nacht.

Am zweiten Tag fahren wir trist über die deutsche Autobahn bis an die französische Grenze bei Freiburg. Wir finden einen schönen Platz an einem See bei Belfort. Belfort im Elsass ist sicher einen Besuch wert. Wir sehen gewaltige Befestigungsanlagen des ursprünglichen Forts. Leider entkommen wir dem fortwährenden Regen noch nicht. Wir wollen weiter und hoffen dem kalten und feuchten Wetter zu entkommen.

Schöner See bei Belfort

Am kommenden Tag tingeln wir etwas über mautfreie Strassen durch Frankreich. Wir bleiben am Nachmittag in Montceau les Mines. Kleines beschauliches Örtchen am Canal Central nicht weit vor Vichy. Endlich auch eine kleine Boulangerie. Frisches Baguette und Pain au Chocolat.

Wir haben diese Route gewählt weil wir immer schonmal die A 75 fahren wollten. Die Nord Süd Autobahn ist mautfrei und verbindet Zentralfrankreich mit Montpellier. Was ich erst jetzt lese am Abend bevor wir sie erreichen. Sie ist die höchstgelegene Autobahn Europas und fährt über 100 km auf etwa 1000 m.ü.M. Wir bekommen etwas Respekt was wir unserem alten Zugpferd damit zumuten. Aber nun sind wir schon soweit in die Richtung gefahren und denken uns schlimmer als der Hohe Atlas wird es auch nicht sein. 😊

Am Morgen im Zentralmassiv.

Die Fahrt von Clermont Ferrand bis Beziers sind etwa 330 km. Eine wunderschöne Berglandschaft. Die A 75 schliest abgelegene Regionen des Zentalmassivs an das französische Strassennetz an. Die Straße klettert durch einige Täler nach oben um auf etwa 1000 Metern Hochebenen zu durchziehen. Mehrere Viadukte überspannen tiefe Schluchten. Das berühmteste das Viadukt bei Millau. Es gibt auf der nördlichen Talseite einen Rasthof mit Museum. Wir übernachten dort und vom Aussichtspunkt sehen wir die Strasse die sich in 300m über das Tal zieht. Am nächsten morgen wollen wir die 2,5 km lange Brücke überqueren um später die Mittelmeerküste zu erreichen und hoffentlich endlich dem Nebel, der Kälte und dem Regen zu entkommen.

Viadukt Millau

Bei Valras Plage am Hafen finden wir einen sehr schönen Strandparkplatz. Wir erreichen ihn am Nachmittag und haben die Wolken hinter uns gelassen. Die Sonne scheint und wir springen sofort mit Aika an den weiten Strand. Mit den Füßen im Wasser beginnt sofort eine neue Phase der Reise. Wir wollen mindestens 2 Tage stehen bleiben und nicht fahren.