Buchten, Strände und Dali

Nach drei stürmischen Tagen und Nächten fahren wir weiter über die spanische Grenze. Wir wollen in Portbou einen Bekannten in einem Gemeinschaftsprojekt besuchen. Um nicht die kurvigen Engen Strassen entlang der zerklüfteten Küste fahren zu müssen stellen wir den Wohnwagen in der Nähe von Figueres ab und machen einen Tagesausflug mit dem Auto.

Im Grenz und Zollort ist einst Walter Benjamin auf der Flucht vor den Nazis in den Freitod gegangen. Heute erinnert ein spannendes Denkmal an den Philosophen. Ich habe den Gang, in einem dunklen Eisenschacht die Treppe hinab auf die tosende Brandung zu, als Tunnel ins Jenseits erlebt. Am Ende öffnet sich der Himmel des Gangs und es wird hell und offen. Ein schöner Gedenkort für einen Menschen dessen Weg in die Freiheit in dieser Welt hier endete.

Korkeichen,Rosmarin und Cistrosen in
den Hügeln bei Garriguella

Wir wollen nicht in Figueres übernachten aber dieses Mal möchte ich das Teatro Museo Dali anschauen. Vorbeigefahren sind wir schon öfter. Ich bin kein Anhänger von Dalis Surrealistischer Kunst aber habe großen Respekt vor der bedingungslosen Kreativität und Freiheit seines Ausdrucks. Hier hat er ein Kosmos seiner Visionen und Perspektiven geschaffen. Ein lebendiger Organismus soll das Museum sein. Kein starres Museum. Ich streife 2 Stunden durch die Gänge dieses Organismus und erfreue mich an der Kreativität des Ortes.

In Blanes bleiben wir eine Nacht um einzukaufen und Weill wir schöne Erinnerungen an einen früheren besuch haben. Allerdings ist es sehr laut und städtisches Parken. Keine Hunde am Strand also geht es weiter. So tingeln wir die Küste entlang und genießen die Sonne und Strandspaziergänge mit Aika. Wir verbringen 2 Nächte in Miami Beach. Miami Platja.

Aufbruch in den Süden

Am Montag den 06.01.2025 sind wir wieder von Weimar gestartet. Wir fahren an den kurzen tagen im Januar der wärmenden Sonne hinterher. Erfahrungsgemäß scheint sie weiter südwestlich länger am Tag. Wenn sie etwas später aufgeht soll uns das die nächsten Wochen nicht stören. Wir drehen uns morgens in unserer Wohneinheit einfach nochmal um und schlummern noch etwas. Neu mit uns unterwegs ist Aika. Die Hündin ist seit September unsere Mitbewohnerin und hat schon erste Reiseerfahrungen in Deutschland gesammelt. Täglich neue Orte und leben auf engem Raum mit uns scheinen ihr zu gefallen. 😊

Wir bleiben am ersten Abend in Alsfeld. Es ist Nachmittag geworden bis wir Leinen los sagen konnten. Also gut erstmal auf der Straße zu sein und nach drei Stunden bleiben wir erstmal über Nacht.

Am zweiten Tag fahren wir trist über die deutsche Autobahn bis an die französische Grenze bei Freiburg. Wir finden einen schönen Platz an einem See bei Belfort. Belfort im Elsass ist sicher einen Besuch wert. Wir sehen gewaltige Befestigungsanlagen des ursprünglichen Forts. Leider entkommen wir dem fortwährenden Regen noch nicht. Wir wollen weiter und hoffen dem kalten und feuchten Wetter zu entkommen.

Schöner See bei Belfort

Am kommenden Tag tingeln wir etwas über mautfreie Strassen durch Frankreich. Wir bleiben am Nachmittag in Montceau les Mines. Kleines beschauliches Örtchen am Canal Central nicht weit vor Vichy. Endlich auch eine kleine Boulangerie. Frisches Baguette und Pain au Chocolat.

Wir haben diese Route gewählt weil wir immer schonmal die A 75 fahren wollten. Die Nord Süd Autobahn ist mautfrei und verbindet Zentralfrankreich mit Montpellier. Was ich erst jetzt lese am Abend bevor wir sie erreichen. Sie ist die höchstgelegene Autobahn Europas und fährt über 100 km auf etwa 1000 m.ü.M. Wir bekommen etwas Respekt was wir unserem alten Zugpferd damit zumuten. Aber nun sind wir schon soweit in die Richtung gefahren und denken uns schlimmer als der Hohe Atlas wird es auch nicht sein. 😊

Am Morgen im Zentralmassiv.

Die Fahrt von Clermont Ferrand bis Beziers sind etwa 330 km. Eine wunderschöne Berglandschaft. Die A 75 schliest abgelegene Regionen des Zentalmassivs an das französische Strassennetz an. Die Straße klettert durch einige Täler nach oben um auf etwa 1000 Metern Hochebenen zu durchziehen. Mehrere Viadukte überspannen tiefe Schluchten. Das berühmteste das Viadukt bei Millau. Es gibt auf der nördlichen Talseite einen Rasthof mit Museum. Wir übernachten dort und vom Aussichtspunkt sehen wir die Strasse die sich in 300m über das Tal zieht. Am nächsten morgen wollen wir die 2,5 km lange Brücke überqueren um später die Mittelmeerküste zu erreichen und hoffentlich endlich dem Nebel, der Kälte und dem Regen zu entkommen.

Viadukt Millau

Bei Valras Plage am Hafen finden wir einen sehr schönen Strandparkplatz. Wir erreichen ihn am Nachmittag und haben die Wolken hinter uns gelassen. Die Sonne scheint und wir springen sofort mit Aika an den weiten Strand. Mit den Füßen im Wasser beginnt sofort eine neue Phase der Reise. Wir wollen mindestens 2 Tage stehen bleiben und nicht fahren.